Bannthaiding Hasendorf



Luftbildaufnahme vom Hasendorfer Venusberg

Das Wappen der Ritter von Hasendorf

Bannthaiding von Hasendorf

Am 14. April 1494  beschrieb der damalige Herrschaftsbesitzer  von Hasendorf, Leopold von Wöching in einem Bannthaiding die Grenzen seines Besitzes. Interessantes Detail: Die beschriebenen Flurnamen sind heute noch bekannt und gebräuchlich.

Die damalig festgelegten und niedergeschriebenen  Grenzverläufe stimmen heute, mehr als 500 Jahre später im Wesentlichen noch überein.

Außerdem hielt Leopold von Wöching in diesem Bannthaiding schriftlich das im Jahr 1472 von Kaiser Friedrich II zugestandene Marktrecht fest, sodass wöchentlich ein Markt abgehalten werden durfte.

Hier die Abschrift vom Original des Hasendorfer Bannthaiding:

Hasendorf, Banntaiding (1494)

1494 Apr. 24.

Panthätung  zu Hasendorff.

  1. Dis urbar und  gruntpuch  hat machen  lassen der wohlgeborne herr herr Leopold von Wöching  obrister erbthürhütter in Österreich, und ist beschehen in dem  jahr da man zehlt im aintausent vierhlundert vierundneunzigisten jahr.

In disem jahr habe ich zuerst und vor allem der vesten und guetes Hasendorff  gemärkt  freiheit gejait blumensuch  wait und  schaftrift in beisein meiner anrainenden  nachbarn, ihrer pfleger gruntschreiber richter und geschwornen  mit ihrem gueten wissen in ihrer aller gegenwart  nachbahrlichen .olvereinigter beritten, beschaut und  beschreiben lassen, damit künftiger zeit kein stritt oder irrung derentwegen  entstehen oder erwachsen möge;  .elche sich dan also befunden  wie hernach folget:

Erstlichen fanget sich der vesten und des guetes Hasendorff  freiheit gejait wait blumensuch  und schafftrift am obersten ort gegen Guettenbrun zu an der hochstrasse, allwo der herrschaft Potschallhofes  und des closters Herzogenburg  Potschallbauerns  grünte, acker und wisen gar zu oberst zusammen  rainen, an. nun an dem obbemeltem  ort an der hochstrasse gehet es der hochstrasse nach so nach Männerstorff  und Weissenkirchen gehet, bis an den rigl der von der herrschaft Potschaller hoff holz herab an den weeg gehet, alwo die herrschaft Guettenbrun mit ihrer freiheit, gejait und blumenbsuch  rechter hant anrainet. von dort aus wendet es sich linker hant hineinwerts nach dem holzweeg zu, alwo rechter hant des dorfes Männerstorf  freiheit und gejait anfanget mit der vesten Hasendorffs freiheit und gejait anzurainen. darnach  dem Schanzelleutengraben  zwischen der Männerstorffer  acker und  obbemelten Pottschallholzes rain im grunde zu. von dort aus gehet es mitten durch Schanzelleutengraben  im boden  zwischen der herrschaft hoffholz und der Mannerstorffer  hölzer fort, bis es vor das holz aus dem graben kombt. alsdann schneidet es sich, zwerch durch thails holz thails acker der Männerstorffer, auf das Männerstorffer brückl zu, so auf den weeg der von Hasendorff  auf der höche von Männerstorff  gehet, gemacht  ist. von  dem brückel an gehet es abwerts mitten durch den daran stossenden graben, so zwischen aines Hasendorfferischen holzes und  der Männerstorffer  hölzer hinab in den Khachergraben gehet, alwo mitten im graben ain stain wiewol zimblich verschüttet stehet. von dort aus gehet es mitten in den Schachergraben  fort, aufwerts zwischen der Männerstorffer  hölzer ainen gueten büchsenschus lang, alwo .ider ain stain stehet. alsdan zwerch über die leuten hinauf auf die höche durch das holz in einem graben auf die ebne. von dort aus gehet es ferner durch der Männerstorffer holz und etwas acker zwerch durch auf der höhe zu der untern Seelackhen, welche völlig in der Hasendorfferischen freiheit gejait wait blumensuch  und schafftrift gehöret, bis an den weeg  der auf aller höhe des berges nach der creuzfehrn zuegehet;  nach welchem  es fort gehet, da der Striglfurtter graben durch ainen acker zwerch herauf an den obbemelten  weeg stosset. bis daher alleweil linker hant hinein werts ist die Hasendorfferische  frelheit, so mit des dorfes Mannerstorffer  freih eit, so rechter hant hinauswerts gehet, anrainet. nach diesem weeg, alwo linker hant stets ainwerts die Hassendorffische  freiheit gejait wait blumensuch und schafftrift verbleibt, fanget außwerts rechter hant des dorfes Tauttendorff freiheit, wait und gejait an. gehet also die Hasendorffische freiheit fort und  fort zwischen lauter acker außer wol hinaus linker hant, alwo thails Hasendorffisches hofholz am äußersten ort an dem weeg herauf anstosset, der creutzferen zu, welche wirklich in der freiheit stehet. von der creuzferen an gehet es hart an denen weingärten so in gemein das Himmel- reich genennet wird, fort und bleibet obbemelter weeg so was linker hant aldorten ligen bleibt, zwischen welchen  weeg und denen weingärten  auch ain kleines äckerl, so ain wirlklicher hoffgrunt ist, ligt, zu ainem wirklichen hoffgrunt. nach denen weingärten gehet es was abwerts wiederumb  in den vorigen weeg;  und nach dem weeg gehet es zwerch über den weeg der von Hasendorff  durch die tiefe herauf nach Tauttendorff und Eberstorff gehet, fort nebst denen öden guetern, so alle linker hant ligen bleiben. an disem creuzweeg  rechter hant auswerts am eck fanget des dorfes Eberstorff freiheit und acker an, alwo alle weeg linker hant ainwerts  die Hasendorffische freiheit gejait wait blumensuch und schafftrieb verbleibt. nun nach disem weeg gehet es nach denen öden güetern, so linker hant ligen bleiben und maist alle nach  Hasendorff  als ain hoffgrunt gehören  thails unterthans  grunt  seint, und denen  Eberstorffischen  ackern ain weile fort. alsdan lasset es den weeg nach der Aumühl  rechter hant ligen und gehet gerade widerumb nach ainem andern weeg, abermahl  zwischen den .den güetern und  denen Eberstorffischen  ackern, fort nach  der herrschaft letzten hofbraiten die Zwölf  joch genant an den weeg  der von Eberstorff herauf nach denen marchgräben  und Hütteldorff zugehet, alwo die hoffbraiten der Zwölf joch ain eck machet. und dises ist die erste lange seite des Hasendorffischen gemärks, alwo alles linker hant ainwerts Hasendorffische  freiheit wait gejait blumensuch  und schafftrib ist;  und hat zu anrainen auswerts Guttenbrun,  Männerstorff bis an Striglfurt, von Striglfurt an das closter Closterneuburg mit seinen dörfern Tauttendorff und Eberstorff.

Anderte seite. nun von diser hofbraitenecke an drehet es sich linker hant und fangt die andere seite mit diesem wege der von Eberstorff am selbigem ecke heraufgehet und  daran stosset, an und gehet nach disem .eege zwischen  der obbemelten  hofbraiten und ainen ainzigen Hassendorfferischen unterthansacker  so rechter hant uber den weeg  liget, ain .enig abwerts  dann wider aufwerts nach der höche denen marchgräben zu, welche von unten rechter hant an obbemelten  weeg stossen, alwo ain altes creuz stehet. von disen creutz gehet es dem weege nach zwischen denen ackern fort und fort auf Hütteldorff zu, alwo gleich oberhalb des dorfs es sich von weege  ab und auf den Hochgraben  zuwendet. durch denselben graben gellet es mitten durch den graben abwerts auf das Lochheusl so auf der Hütteldorffer gemaine und  wait stehet, zu. von disen Lochheusl  gehet es gerade über die obbemelte wait dem weingebirg  die Reitling genant  auf ainen gegenüber  stehenden graben zu. durch disen graben gehet es aufwerts  durch das weingebirge  und wol oben  zwerg .ber, etliche weingarten durch, auf den weeg zu der höchst oben auf dem berg so die Reitling genant und das regenwasser  scheidet, von Drasdorff herauf gehet. und dieses ist die andere seite, an welcher rechter hant aufwerts die dörfer Eberstorff, Weinzierl  und Hütteldorffer freiheiten und gemärch anstossen, alwo das closter Closterneuburg  das aigen alleine hat, linker hant aber hineinwerts  die Hasendorfferische  freiheit wait gejaid blumensuch  und schaftrieb verbleibet.

Dritte seite. die dritte seite obbemelter Hasendorfferischer freiheit fallget sich bei obbemelten weeg zwischen dem Reittlinger und Drasdorffer .eingarten  an, und  gehet nach  demselbigen  weege  auf aller höhe des berges, so lang die länge des berges und holzes wehret, wie es das regenwasser scheidet, fort durchaus bis an das obere end des berges, allwo ain holzweeg gleich nebenst  dem  riegel oder  berges herab auf des grossen baurnhofes zu Egendorff point oder krautgarteneck  zugehet. von krautgarteneck  gehet es nach  dem krautgarten  abwärts  in das bächel das von  Egendorff und Hasendorff  herab rinnt, und machet  da weiter ain eck. an dieser dritten seiten rechter hant auswerts stossen die dörfer Drasdorff Paumgartten  Reitling und  Sitzenberg mit ihren freiheiten an. das jagen bis an den Spenzinggraben  gehört  dem  closter Closterneuburg zu, vom Spenzinggraben  aber an bis an das obbelmelte eck bei dem krautgarten nach Sitzenberg. und bleibt mehrmals  die freiheit gejait .ait blumensuch  und  schaftrieb linker hant einwerts nach Hasendorff gehörig.

Vierte seite. die viert und letzte seite fanget in obbemelten  eck unterhalb des grossen paurnhofes zu Egendorff krautgarten im bächel bei denen wiesen an, und gehet dem rinnenden wasser aufwerts nach der wait auf das Egendorffer  brückl zu. vom  brückl gehet es nach den wiesen hinauf in grunt zwischen  dem  dorf Egendorff  und denen krautgärten  im bächel aufwerts fort und  fort in denen wiesen bis an das eck wo  das Atlasperger wasserl in das Hasendorfische  bächel rinnet. von dort alus gehet es nach dem Atlasperger bächel wider hinauf fort und fort in denen .iesen bis an den gemain  zaun bei der brucken zu Atlasperg. von dort aus gehet es außerhalb des baurn Am  hof sein zaun hinter der Atlasperger häuser hart an ihren zäunen  herumb zum halterhaus und brückl oberhalb des dorfes. von dort aus gehet es ferner nach dem wasser mitten im grunt zwischen den Atlasperger krautgärten und wiesen in den öden mit weiden und gestreusicht verwachsenen  graben  mitten durch;  alsdan nach den Potschallischen herrschaftshofwiesen  und  den teichten, so der herrschaft alleine zugehören, mitten im grunt zwischen denen nach closter Herzogenburg gehörigen Potschallbaurn  und herrschaftswisen und  hofacker wider an das erste eck oben an der hochstrasse, wo die marchung  zuerst angefangen .orden  und  sich die gränitz und  march wider  endet. an diser vierten und letzten seite rainen zuerst die Egendorffer mit ihrer freiheit bis an die Atlasperger an, von dort an die Atlasperger mit ihrer freiheit, und  gar zuletzt die zwen Potschallbaurn  bis an obbemeltes  eck an der hochstrasse, wo das gemarch  sich angefangen und die dörfer stets rechter hant auswerts bleiben, das jagen aber nach Gutenbrun  gehöret bis an die hochstrasse. verbleibet also mehrmahlen  linker hant ainwerts Hasendorff zu, außer des jagens, so gar bis an die hochstrasse gehet, die freihait gejait .ait blumensuch  und schaftrieb der vesten und des guts Hasendorff richtig und unstrittig, gleich als es in aller angrenzenden nachbarn beisein und miteingenommenen   augenschein  und beschehener ainwilligung so berltten und beschriben worden.

  1. Hierauf nun ferrer ruegen wir auch die freiheit und gerechtigkeit bei unserm schloß der vesten Hasendorff daß, so iemant im schloß, mairhoff und bezaunter hoff- und gartenmarch  mit gewaffneter hant oder sonst mit schmachworten  wider uns frevelte oder gewalt thät oder iemant von den leuten gewaltigte, er die pön ainer march  lötigen goldes verwirket auch bezahle und nach befunt  der sachen noch mit gefängnus  am leib empfintlich von uns bestrafft werden  solle. die march  lötiges gold aber solle halb der lantfürstlichen cammer,  der andere halbe thail uns als obrigkeit verfallen sein nach uralt hergebrachter gewohnheit und gerechtigkeit.
  2. Ferners ruegen wir auch zu dem gute und der vesten Hasendorf ainen ruhigen burgfrid, welcher gleich der freiheit in beisein des pflegers zu Gutenbrun als lantgerichtsverwaltern beritten worden. erstlichen fanget solcher außerhalb Hasendorff  gegen Gutenbrun  werts an dem  santweeg bei den drei burgfridstainen am weeg  stehend an. dan gehet solcher uber die acker lengst hinab auf das eck, wo das Atlasperger bächel in das Hasendorfferbächl  ainrint;  entzwischen aber diser länge stehet mitten zwischen den ackern ain breiter stain so auf ain andern zeiget. von dort aus gehet es uber die wisen zwerch uber das eck bei denen Eggendorfferischen krautgärten  an dem weeg  so nach Reidling gehet, wo  das Hasendorffer gemaintholz herab stosset. von dort aus gehet es den rigl nach dem Hasendorffer gemaintholz der höhe hinauf bis zu dem Hasendorfferischen  weingebirg die Sonnleuten genant. nach denen weingärten gehets abwerts nach dem holzweeg  zu dem graben. von dort aus nach dem Herzogenburger holz die Brenleuten genant;  im grunt auf dem gangsteig so auf Hüteldorff zugehet, zwischen  den Hasendorfferischen  äckern bis an den weeg der aus den Rosengräben  gehet, an das eck der hofbraiten, den Zehen joch gegen Wazendorff. von dort aus gehets nach der hofbraiten den weeg am untern ort der hofbraiten an den weeg der von Hasendorff nach Wazendorff gehet. von dort aus gehets das Wazendorffer hölzl zu, und ziehet sich hinter dem Wazendorffer  mühlweeg,  der auf die öden güeter zugehet. längs desselben .eegs fort und  fort hinaus auf den weeg von Hasendorff nach Tauttendorff und Eberstorff an das heruntere  ort der Dreissig joch im grunt, so an den weeg  stosset. von dort aus gehet es nach dem rain der Dreissig joch im grunt zwischen  den äkern bis in den Kachlofen, und dann vorderst durch das Pfaffenmaiß durch das holz fort bis auf des Pfriemers zu Weinzierl sein holz. von dort aus gehet es hinab in den graben durch die hölzer, und steiget wider hinauf durch die hölzer bis an den obern marchstain des hofholzes im Wolffsgraben  genant, rechts am  obern ort. von danen  gehet es demselben  hoffholzgemark  nach fort und fort, wie dasselbige gehet, nach der höhe fort bis an die leuten zu der grossen aiche;  von der aiche die leuten abwerts nach dem hofholzgemarch  bis in den Sachergraben;  aufwerts  durch ainen graben zwischen  dem hofholz und Männerstorffer  hölzer bis zu den Zehen joch gartenackern  bei dem Langholtz. bei diesen Zehen joch gehets nach dem rain des hoffackers fort bis an das Langholtz. Dort gehets abermahl dem hofholzgemärch  nach bis zu der föhrn, wo die lantgerichtsstaine auf der höhe stehen. von da aus dreht es sich rechter hant nach dem Langholtz in dem graben. mitten im graben durchaus zwischen  dem  hofholz, dem  Langholtz und denen Adlaspergerischen hölzern bis unten zwischen  des zingiessers acker, und denen andern .ckern nach dem weeg hinaus, da es sich dan nach dem dritten ackerrain oberhalb des hofackers der Sechs joch außerhalb des dorfes wider hinauf drehet auf dem santweg zu denen vorigen drei stainen, wo sich der burgfrid angefangen. ist also dises der recht inbegriff des burgfrieden alhie zu Hasendorff.
  3. Mehr ruegen wir auch bei gemeltem  unserm  Hasendorff die wirkliche marktgerechtigkeit, wie es im fürstenthum Österreich sitte und gewonheit ist, also und  dergestalt daß bemelte inwohner  darinnen burger genennet und geheißen und von menniglich dafür gehalten werden  sollen und alle gerechtigkeit und gute löbliche gewonheit  in allen händeln und gewerben und hantwerken  so andere burger und inwohner  der märkte des fürstenthumbs Österreich gewöhnlich  haben, brauchen  üben  und  geniessen mögen;  das auch im obbemelten  markt Hasendorff ain ordentlicher .ochenmarkt  wochentlich  an mittichen mit ausgestekten fahnen, allen den gnaden [und] freiheiten von allen und ieden mit kaufen, verkaufen und in andere weege mit getrait und andern sachen gehalten und gebraucht werden solle, allermassen als andere wochenmarkt  in dem gebrauch  des fürstenthums .sterreich unter Enns von rechts und gewonheit wegen  halten und gebrauchen, ohne mennigliches  irrung und hinderung, laut donation und freiheitsbrief von kaiser Fridrich dem vierten unsern allergnedigisten kaiser und lantsfürsten  gegeben am pfingstag nach Dorothe tag anno 1472.
  4. Mehr  ruegen wir auch zwen  ordentliche jahrmärkt, deren der erste am sonntag nach st. Augustin  gehalten werde, wobei die obrigkeit alleine das leitgeben und weinschank  wie auch ain offentliche kuchl mit kochen und fleischaushacken sambt ainem offentlichen freitanz und baumsteigen zu haben befreit ist, mit nehmen  des stantgelds von denen crammern auch ordentliche straff und wändl hat, daß so iemant mit raufen und schlagen oder andere ungebühr oder gewaltthätigkeit sich vergreifen solte, gemelte person umb 5 pf Wiener phenning  gestrafft und wirklichen der obrigkeit soll verfallen sein.
  5. Mehr haben wir auch bei dem in unserer freiheit ligenden weingebirg zu Hasendorff die Gemeine oder Sonnleuten  genant die gerechtigkeit hütter und bergleute zu setzen und aufzunehmen  auch das gebirg aufzuthun. und so iemant sich unterstunde vor dem von uns eröffneten gebirge frevenlicher weise zu lesen oder hütter und hut zu beunruhigen,  der soll in 4 pf Wiener phenige ohne  den verursachten  schaden zur straffe verfallen sein.
  6. Ferners ruegen wir auch in obbemelten  unsern gebirge uber den gebräuchigen gruntdienst auch das bergrecht alleine ohne iemants einrede, also daß von ainem ieden viertl oder achtl weingarten  so ietzo stehet oder künftig möchte zugerichtet werden, ain viertl oder achtl gueter most bei dem gebirg solle von uns geschöpfet und von den beisitzern ohne widerrede gegeben werden. so auch ainer ohne reichung des gebührenden berg- rechts mit dem gemaisch davon führe, der soll zur straff 3 pf Wiener pfening und doppeltes bergrecht verfallen sein. da auch ainer das bergrecht nicht zu geben hette, solle er sich mit der herrschaft in gelt umb  dasselbige zu vergleichen  oder auf das anderte jahr doppelt sovil bei dem gebirge zu reichen, in welchem bei der herrschaft die wahl verbleibt, schuldig und verbunden  sein.
  7. Item, haben wir auch alhier zu Hasendorff den viertel zehent von allem und  iedem wo das closter Herzogenburg  den halben theil zehent hebt, es mag  genennet werden  was es auch wolle, schweres geringes und anders;  da dann das closter ainen tag vorhero oder dessen zehentholden, ehe man den zehent bestecket und hebet, es der herrschaft erindern und andeuten sollen, und das stift Passau das vierte viertl mit hebet.
  8. Also ruegen wir auch in den Atlasperger zehent gleicher weis den viertl zehent von  iedem und allem wo das closter Herzogenburg  den halben zehent hebt, es sei durch sie oder ihre zehentholden, von allem und iedem, es sei geringes oder sonst was anders so zehentmäßig  ist, wie es auch kann  genennet werden,  nirgend nichts davon  ausgenohmen,  mit gleichmäßiger ainen tag vorhero beschehener  erinderung, und das stift Passau gleichfahls das vierte viertl mithebt.
  9. Ingleichen ruegen wir auch zu unserm gut Hasendorff das freie schenkrecht durch das ganze jahr alleine, ohne daß iemant offentlieh oder heimblich wein oder anders getränke ausschenken  oder verleitgeben dörfe, ohne iemants irrung oder einrede. thäte er aber solches freventlicher weis, so ist er nach befunt der sachen in die wirkliche strafe verfallen. oder da ainem auch das leitgeben erlaubt wurde, solle er doch nit wolfeiler als die herrschaft auszuschenken  oder zu leitgeben befugt sein;  da er aber darwider handelte, solle er umb 3 pf Wiener pfeninge gestrafft und des schenkweins verlustig sein.
  10. Item, ruegen wir auch den völligen umbgelt zu Sitzenberg von allem getränke, was  es immer mag  sein, wo solches ohne oder mit dem zeiger verleitgebt und umb das gelt ausgegeben wird, gleich wie und unsere vorfahren vor undenklichen  jahren solchen ohne iemants irr oder anspruch iederzeit ruhig vor uns genutzet und genossen haben nach umbgelt sitte und recht, uns auch von denen benachbarten  umbgelt nie die geringste irr oder ainrede iemahls gethan worden  sondern wir in ruhigen  besitz und genus dessen iederzeit verblieben.
  11. Im übrigen, unserer hofgrünte beschreibung in äckern weingarten .isen hölzern ist besonder aufgemerket;  .ie auch das gruntbuch,  da dann alles und iedes was beschrieben und wir zur vesten Hasendorff ruegen und besitzen, ganz frei aigenes und kein ainiges lehen ist. 13. Die freiheiten und gerechtigkeiten, wie solche meine voreltern und vorfahren ruhig genutzet und genossen ich auch solche unzhero genossen und genieße ohne  iemants irr oder ainrede, habe ich Leopold herr von Wöching  obrister erbthürhütter in Österreich fleißig und getreulich zusammen  schreiben und aufzeichnen lassen meinen nachkommen  zur nachricht und sicherheit;  .ie wir dan im übrigen alle gerechtigkeiten und freiheiten so ainer dorfobrigkeit, marktfreiheit und gruntobrigkeit gebührt, .ie es sitte und gewohnheit  dises herzogthumbs  Österreich ist, zu unser vesten und gut Hasendorff völlig und ruhig geniessen und besitzen. beschehen und gethan am  tag nach des ritters sanct Georgen tag als man zehlet im jahr 1494.

Herkunft / Fundort

Hasendorf | BH: Tulln | Bundesland: Niederösterreich |

nähere Angaben

exaktes Datum: 24. April 1494 | Entstehung: 1494 |

Literaturhinweise

Gustav Winter (Hg.), Niederösterreichische Weistümer. Teil 3: Das Viertel ob dem Wienerwalde (Österreichische Weistümer 9). Wien-Leipzig 1909, S. 176-183, Nr. 29 (Edition).

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